Entspannung

Der Rhythmus des Lebens heisst Anspannung - Entspannung. Das Prinzip der Polaritäten wie beim Yin und Yang. Auf eine Phase der Anspannung soll eine Phase der Entspannung folgen. Entspannungsverfahren und –uebungen können psychologische und physiologische Veränderungen hervorrufen, vegetative Vorgänge werden positiv beeinflusst.

Bei all dem Stress, den wir in unserem Leben erfahren, kommt die Entspannung zu kurz. Dabei ist dieser Faktor äusserst wichtig. Dein Körper benötigt Phasen der Regeneration, nur so bleibst Du leistungsfähig. Vielleicht regen Dich gerade die Texte dieser Homepage an, in Deinem Leben mehr Entspannungs-Oasen einzubauen. Ich würde mich darüber freuen.

Das Nervensystem (NS)

Das Nervensystem ist ein hochkomplexes und kompliziertes Geflecht von Nervenbahnen, Umschaltstellen und Weichen. Das Nervensystem umfasst das Gehirn, das Rückenmark und die peripheren Nerven.

Das Zentralnervensystem (ZNS)

Das Zentralnervensystem ist der Dirigent und besteht aus fünf Hauptzentren

Ebene
Aufgaben
Grosshirn
- Bewegungsmuster
- Erinnerung
- Empfindungen
- Denken
- Bewusstsein
- Sprache
Zwischenhirn
- Körpertemperatur
- Hormonhaushalt
- Kontrolle über das vegetative NS
- Wasserhaushalt
- Nahrungsaufnahme
- Verantwortlich für das Gefühlsleben
Kleinhirn
- Muskeltonus
- Gleichgewicht
- Koordination einzelner Bewegungen
Hirnstamm
- Blutdruckregulation
- Atmungsregulation
Rückenmark
- Erste Verarbeitungsstufe
- Steuert Kontraktionszustand der Muskelfasern

Das willkürliche Nervensystem

Das willkürliche Nervensystem reagiert auf jegliche Art von Sinneseindrücken und ist dem Willen und dem Bewusstsein des Menschen unterworfen. Zum Beispiel Muskeln, die wir willentlich bewegen, wenn wir uns die Schuhe fürs Nordic-Walking binden. Es wird auch das motorische oder animalische Nervensystem genannt.

Das unwillkürliche Nervensystem

Das unwillkürliche Nervensystem wird auch vegetatives oder autonomes Nervensystem genannt. Es beeinflusst, regelt und kontrolliert alle lebenswichtigen und ununterbrochen arbeitenden Organfunktionen, die unbewusst ablaufen und die durch unseren Willen nicht beeinflussbar sind. Wenn wir zum Beispiel vor dem Nordic-Walking einen Apfel essen, geschieht dessen Verdauung ohne unser willentliches Dazutun. Vegetative Nerven wirken auf Herz-, Kreislauf- und Atmungsfunktion, Verdauung, Stoffwechsel, alle Drüsen (z.B. Speichel– und Hormondrüsen) sowie den Wasserhaushalt.

Das vegetative Nervensystem besteht aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Sie wirken als Gegenspieler, d.h. es sind immer beide am Werk und für den Körper ist es wichtig, das Gleichgewicht zwischen den Beiden zu halten, resp. immer wieder herzustellen.

Der Sympathikus

Das sympathische Nervensystem dominiert, wenn man sich in einer physischen oder psychischen Stresssituation befindet. In beiden Fällen fühlt man sich bedroht und der Körper reagiert automatisch.

Beispiel: Vor ca. 3 Millionen Jahren lebte der Mensch von der Jagd auf wilde Tiere. Wehrte sich das Mammut zum Beispiel, war es überlebenswichtig, die Situation richtig abzuschätzen und adäquat zu reagieren. Es gab nur zwei Möglichkeiten: kämpfen oder fliehen. Beide Reaktionen setzen voraus, dass der Körper grosse Mengen an bestimmten Hormonen (Adrenalin und Noradrenalin) ausschüttet.

Die Stresssituationen haben sich in den letzten Jahren massiv verändert, unser Organismus aber funktioniert in den Grundzügen immer noch wie damals. Was vor Urzeiten also lebenswichtig war, kann heute krank machen (Bluthochdruck, Herzinfarkt, Magengeschwür, Schwächung des Immunsystems etc.)

Das sympathische Nervensystem hat katabolen (Körpersubstanz abbauenden) Charakter.

Reaktionen des Körpers auf (Nor-)Adrenalin

  • die Muskeln arbeiten verstärkt
  • die Atemfrequenz steigt und die Bronchien öffnen sich (es steht mehr Sauerstoff zur Verfügung)
  • das Herz schlägt schneller und heftiger, dadurch steigt der Blutdruck
  • Die Arterien des Herzens und der Willkürmuskulatur erweitern sich, damit mehr Blut durchfliessen kann
  • Die Arterien zur Haut sowie zu den peripheren Gebieten des Körper verengen sich (daher fühlt sich in Stresssituationen die Haut kalt an)
  • die Leber verbrennt den eingelagerten Zucker (Glykogen) schneller, Abbau von Fettreserven
  • die Darmperistaltik (Verdauungsbewegung des Darms) geht zurück, da der Körper weniger Energie zur Verdauung bereitstellt
  • Erhöhung der Magensäureproduktion
  • Blockade von Hirnströmen
  • Erhöhung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes
  • Abzug von Energie aus dem Immunsystem
  • die Pupillen sind erweitert (besserer Ueberblick über die Gefahrensituation)
  • Die Haare stellen sich auf (um einem eventuellen Gegner Angst einzuflössen)
  • Man schwitzt stärker, um den Körper zu kühlen

Der Parasympathikus

Das parasympathische System dominiert, wenn man ruhig und entspannt ist. In solchen Situationen schlägt das Herz langsamer, die Darmbewegungen und andere Verdauungsfunktionen sind aktiv, die Atemfrequenz verlangsamt etc.

Diese Stoffwechselprozesse haben anabolen (Körpersubstanz aufbauenden) Charakter.

Zusammenhang von Stress und Gesundheit

Ob Du Dich gesund oder eher ungesund/gestresst fühlst, hängt von sechs verschiedenen Faktoren ab:

Definition von Stress

Stress ist die unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Anforderung. Stress hat eine charakteristische Form aber keine spezifische Ursache. Das heisst, es ist falsch zu sagen, wer Eheprobleme hat, leidet an Schlafstörungen oder wer eine schwierige Situation am Arbeitsplatz hat, ist nervös.

Stress ist ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen/Angeboten und den persönlichen Handlungsmöglichkeiten/Bedürfnissen. Dieser Ungleichgewichtszustand ist persönlich bedeutsam und wird als unangenehm erlebt. Er führt auf die Dauer zu Überlastungen und unser Körper reagiert mit den verschiedensten Stresssymptomen.

Eustress und Distress

Wir unterscheiden zwei verschiedene Arten von Stress: Eustress und Distress. Beide aber lassen das sympathische Nervensystem dominieren, es wird (Nor)adrenalin ausgeschüttet und der Organismus reagiert mit den entsprechenden Veränderungen (siehe Reaktionen des Körpers auf (Nor-)Adrenalinausschüttung).

Eustress (griechisch: eu heisst gut)

  • Vorfreude auf die Ferien (z.B. schlaflose Nächte, Aufregung)
  • Erstes Rendez-vous (z.B. Herzklopfen, schweissige Hände)

Distress (lateinisch: dis heisst schlecht)

  • Ueberforderung am Arbeitsplatz (z.B. Bluthochdruck, Magengeschwür)
  • Prüfungsangst (z.B. Blockade von Hirnströmen: man weiss nichts mehr)