45 % der Schweizer Männer, 29 % der Frauen und 20 % der Kinder sind übergewichtig oder sogar adipös. Dieses erschreckende Ergebnis zeigte der in Bern vorgestellte neueste Ernährungsbericht der Schweiz auf. Es ist der fünfte Bericht dieser Art in der Schweiz. Erstellt wird er alle sieben Jahre vom Bundesamt für Gesundheit. Die Gründe für das Übergewicht sind klar: zu üppige Ernährung und Bewegungsarmut.
Der rasante technische Fortschritt sowie die vorwiegend sitzende Tätigkeit vieler Berufsleute führt zu Bewegungsarmut. Der Mensch verbrennt heute 700 Kalorien weniger als früher, eine ganze Mahlzeit also. Früher jagte der Mensch hinter dem Mammut her - oder umgekehrt. Er grub nach Wurzeln und musste hart arbeiten um nicht zu verhungern. Heute läuft er von der Tiefkühltruhe zum Mikrowellenherd. Ohne Bewegung macht der Muskel schlapp und bildet sich zurück. Nach nur 9 Tagen im Bett sinkt die Leistungsfähigkeit der Organe um 21 Prozent, das Herz schrumpft um 10 Prozent!
Der heutige Bewegungsmangel ist so weit verbreitet, dass ihn die WHO (World Health Organisation) zusammen mit anderen Risikofaktoren wie Stress, Rauchen, Fehlernährung und Übergewicht zu den grössten Gefährdungen des 21. Jahrhunderts zählt. Bereits Kinder sind betroffen. Sie sitzen heute mehrheitlich vor dem Fernseher oder der Playstation und essen Chips. Wen wunderts, dass 40 Prozent von ihnen Kreislaufprobleme haben, jedes dritte Kind Haltungsfehler, jedes zweite Muskelschwächen und jedes fünfte Kind leidet an Übergewicht.